Sobudo


Was bedeutet Sobudo?

In Kobilzas Handbuch der Takeda-Kampfkünste (3. Auflage), das mit „Takeda Ryu Sobudo“ betitelt ist, findet man dazu folgende Übersetzung: SOBUDO 綜武道 (soobudoo) = die gesamten Kampfkünste (綜 SOO/su-beru bedeutet u.a. zusammenstellen, sammeln).

Will man verstehen, was mit Sobudo wirklich gemeint ist, sollte man, wie Kobilza selbst sagt, die Übersetzung nicht allzu wörtlich nehmen, denn es gibt in Japan keine Schule mehr, die, bezogen auf ihre eigene Geschichte, alle ehemals praktizierten Kampfdisziplinen heute noch in ihrer Gesamtheit lehrt, ist doch, wie im Falle der Takeda-Kampfkünste, im Laufe der Jahrhunderte vieles an Überlieferung verlorengegangen. Wenn wir von einer Gesamtheit der Kampfkünste (Disziplinen) einer Schule sprechen, meinen wir lediglich die Gesamtheit jener Disziplinen, die bis in unsere Zeit überliefert wurden.

Als Sensei Kobilza die Takeda-Kampfkünste in Europa zu lehren und verbreiten begann, fing er gleichzeitig damit an, eine zwar nicht absolut neue, aber de facto kaum geübte Praxis des Budo-Trainings zu verwirklichen, nämlich die „Sobudo-Praxis“, wie er sie nannte. Während man sich in anderen Kampfsport-Organisationen auf zumeist nur eine Kampdisziplin bzw. Kampfsportart konzentrierte (in der Judo-Federation war es Judo, in der Kendo-Federation eben Kendo, in der Aikido-Federation das Aikido usw.), bot Kobilzas ISTB mit ihren Vereinen den Budobegeisterten die Möglichkeit, mehrere, und wenn man es wollte, sogar alle Disziplinen einer Schule zu praktizieren, wobei man als Übender viele Synergieeffekte nutzen kann, denn die verschiedenen Kampfdisziplinen mit oder ohne Waffen haben miteinander vieles gemeinsam (wie z.B. die geistig-strategische Lehre, die elementare Bewegungslehre, ja sogar Techniken und Taktik). Diese Art der Budo-Praxis ist gemeint, wenn man von „Sobudo“ oder „Sobudo-Praxis“ spricht. Sie ist angelehnt an das historische Vorbild der Samurai-Ausbildung, die stets vielseitig war. Die Takeda-Kampfkünste bieten für diese Art des Budo-Trainings eine geradezu ideale Grundlage, und das Training ist dadurch vielseitig, abwechslungsreich und spannend. Es führt den Übenden letztlich hin zu einem tieferen Verstehen der Kampfkünste.